Stimme und Sprechweise

Tipps zur Kontrolle der Körpersprache

Das Zusammenspiel von Seele und Geist

Wiewohl uns das Gesicht eines Menschen lehrt, diesen besser zu erkennen: Abgerundet und abgeschlossen wird dieser unser Eindruck erst, wenn wir diesen Menschen sprechen hören. Unser Gehör ist nämlich ein ebenso wichtiges Wahrnehmungsorgan wie unsere Augen.

In der Sprache des Menschen finden sein Denken und Sinnen gleichermaßen ihren Ausdruck. An seiner Art zu sprechen und dem Klang seiner Stimme drückt sich aus, auf welche Weise Seele und Geist "zusammenspielen".

Die Stimme als Teil des Körpers

Eine kräftige und und volle Stimme steht allgemein für Durchsetzungsvermögen und Willensstärke. Dagegen zeigt eine schwache Stimme mangelnde Energie an und lässt auf eine nur schwach ausgeprägte Vitalität schließen. Letzteres gilt auch für unmotiviert-unregelmäßiges Schwanken der Lautstärke. Starker Wechsel der Lautstärke ist dagegen ein Hinweis auf eine gewisse Neigung zu Affekten, also auf eine eher gefühlsbetonte Lebenseinstellung.

Je mehr Angst wir empfinden oder je aufgeregter wir werden, desto höher wird unsere Stimme; eine schrille Stimme wirkt neurotisch und signalisiert, dass jemand mit seinen Problemen nicht fertig wird.

Sie sind am Zuge

Sobald Ihnen im Gespräch signalisiert wird, etwas zu sagen, sollten Sie Folgendes beachten

  1. Halten Sie Ihren offen-freundlichen Blickkontakt zu Ihrem Gesprächspartner bei. Da Sie sich bei Gesprächsbeginn zu Ihrem Gesprächspartner leicht vorgebeugt haben, setzen Sie sich jetzt (nicht übertrieben) aufrecht, damit Sie frei und ungehindert Durchatmen können. Fangen Sie nicht sofort an zu reden, sondern atmen Sie ein- oder zwei Mal tief ein und aus.
  2. Beginnen Sie Ihre Ausführungen in mittlerer Tonlage (achten Sie darauf, dass Sie nicht gleich "mit der Tür ins Haus fallen", sondern leiten Sie Ihren Beitrag mit etwas Unverfänglichem, aber Interesse weckenden ein). Beispiel: Personalchef: "Bei uns laufen Vorstellungsgespräche immer so ab: Sie erzählen zunächst etwas über sich, dann stellen wir Ihnen Fragen." Bewerber: "Zunächst einmal vielen Dank für Ihre Einladung. (atmen) Gerne erzähle ich etwas über mich. Also: (atmen) Ich bin am 28. Juni 1967 in Köln geboren ... (bemerkt eine leichte Unruhe, die ihm signalisiert, dass man sich ,auf das Übliche' gefasst macht; atmet tief ein) ... das heißt, ich bin vom Sternzeichen her Krebs, und die gelten bekannlich als besonnen-überlegte, kulturell versierte und, vor allem, zuverlässige Menschen."
  3. Nun beugen Sie sich wieder leicht zu Ihrem Gesprächspartner vor. Mit dem letzten Satz hat unser fingierter Bewerber, seinem Eindruck entsprechend, eine "unübliche" Gesprächseinleitung gewählt; dies aber so, dass er es selbst in der Hand hat, womit er jetzt fortfährt: Mit seinen beruflichen Erfolgen ("besonnen-überlegt"), seiner Arbeitsweise ("zuverlässig") oder seinen Neigungen ("kulturell versiert"). Wichtig ist, dass Sie mit dem fortfahren, womit es Ihnen am Leichtesten fällt, "das Brechen des Eises" fortzusetzen. Wenn dies Ihre Neigungen sind, versteht es sich, dass der Zusammenhang zu der Position, für die Sie sich bewerben, nicht verloren geht.
  4. Denken Sie bei der Modulation Ihrer Stimme an das, was im Abschnitt zur Rhetorik hierzu gesagt ist: Mit einer leicht tieferen Tonlage appelieren Sie an das Gefühl Ihres Gesprächspartners, in mittlerer Tonlage zielen Sie auf seinen Verstand und mit leicht höherer Tonlage auf den Bereich des Willens.
  5. Setzen Sie, wie oben gezeigt, Atempausen. Sie müssen zwei Funktionen erfüllen: Zum Einen müssen sie so gesetzt sein, dass sie das Gesagte logisch gliedern (Gesprächspausen), zum anderen müssen sie Ihrem Atmungsrhythmus entsprechen.
  6. Achten Sie auch darauf, dass das, was Sie sagen, nicht in einen Monolog ausartet. Wir haben für dieses ausführliche Beispiel bewusst die Eröffnung des eingentlichen Interviews gewählt, weil es gerade hier "ans Eingemachte" geht, Sie also wahrscheinlich auch "den meisten Bammel" davor haben.

Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite enthalten keine rechtsverbindlichen Auskünfte und ersetzen somit keine Rechtsberatung.

Quelle: JOBworld