Die Wahl der richtigen Verhandlungsstrategie setzt voraus, sich über die eigenen Ziele im Klaren zu sein (Ziele und Prioritäten) und die Ziele der Gegenseite zu kennen (die Gegenseite einschätzen). Grundprinzip jeder Strategie sollte der Grundsatz sein: Der beste Weg, einen Streit zu gewinnen, ist, ihn zu vermeiden.
Jede Strategie setzt voraus, dass Sie die Stärken und Schwächen der Mitarbeiter Ihres eigenen Teams genau kennen, damit Sie sie an den richtigen Stellen einsetzen können. Das bedeutet aber ebenso, dass Sie wissen müssen, wie viele Teilnehmer Ihr Verhandlungsteam braucht. Und Sie müssen klären, ob alle Teilnehmer bei allen Verhandlungen dabei sein müssen.
Im Grunde genommen haben alle Verhandlungen, besonders solche, die in Teams geführt werden, etwas von einem Schachspiel: Jedes Verhandlungsteam braucht eine klare Rollenverteilung. Der englische Unternehmensberater Tim Hindle hat hierfür fünf Positionen ausgemacht, die eine geschickte Verhandlungsführung erleichtern:
Diese Rollen (um im Bild zu bleiben: die "Spielfiguren") brauchen dabei nicht unbedingt von je einem eigenen Teilnehmer ausgefüllt zu werden. Wichtig ist nur (und vor allem!), die Rollenverteilung unbedingt vorher festzulegen, um Reibungsverluste zu vermeiden und eine klare Linie nicht zu gefährden. Umgekehrt heißt dies aber auch: Sie müssen Ihre Teilnehmer genau kennen, denn Ihr Team muss in der Lage sein, jeden Schlag der Gegenseite zu parieren.
Und schließlich sollten Sie beachten, dass vor allem der erste Eindruck viel zählt. Deshalb sollten Sie die Bedeutung des Äußeren nicht unterschätzen. Dabei müssen Sie allerdings wiederum bedenken, welche Verhandlung geführt wird und welche Rolle Sie und Ihre Mitstreiter besetzen.
Um Widersprüche und Ungereimtheiten zu vermeiden, müssen alle Team-Mitglieder sorgfältig eingewiesen sein. Erklärt der Teamleiter beispielsweise, dass er befugt ist, über Preise zu verhandeln, und erklärt der Hardliner später, dass er wegen der Preise die Firmenleitung konsultieren musste, stellt dies die Glaubwürdigkeit Ihres Teams ernsthaft infrage.
Damit jeder seine Rolle richtig spielt, sollten Sie darauf bedacht sein, dass sich jeder Einzelne sorgfältig vorbereitet. Eine gute Hilfe sind so genannte "Generalproben", in denen Sie unter Einbeziehung aller Materialien und Hilfsmittel die anstehende Verhandlung durchspielen.
Übersicht: Die Rollen im Verhandlungsteam
1. Der "Leiter": Nicht unbedingt der ranghöchste Mitarbeiter; meist derjenige mit der meisten Erfahrung
2. Der "Gute". Identifikationsfigur der Gegenseite
3. Der "Böse". Legt sich mit der Gegenseite an und weckt das Gefühl, dass man sich ohne ihn besser und schneller einig würde
4. Der "Hardliner". Der kompromisslose, dessen Urteil sich die Teammitglieder oft beugen
5. Der "Ausputzer" oder Moderator: Fasst die vorgetragenen Ansichten zusammen und legt sie als überzeugenden Plan vor
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Quelle: JOBworld